Farbpsychologie: 5 Tipps, mit denen ihr die richtige Farbe für euer Marketingziel wählt

Farbpsychologie: 5 Tipps, mit denen ihr die richtige Farbe für euer Marketingziel wählt

Eine kurze Google-Suche zeigt, dass die psychologische Wirkung von Farben gut erforscht ist. So gibt es zahlreiche Artikel, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Auf diedruckerei.de ist eine knappe Übersicht der Farbwirkungen auf Deutsch zu finden. Ausführlicher wird es in der englischsprachigen Grafik auf der Webseite von Iconic Fox, die neben den positiven und negativen Empfindungen u. a. auch auf Geschlechterunterschiede eingeht.

Nach diesen Darstellungen steht Gelb für Heiterkeit, aber ebenso für Neid, Grün symbolisiert Erholung ebenso wie Unreife, Blau weckt Vertrauen, wirkt aber zudem kühl … soweit, so gut. Wie können diese Erkenntnisse genutzt werden, um den Erfolg von Marketingzielen zu verbessern?

Gefühle nutzen: Farben wirken im Unterbewusstsein

Die Farbverarbeitung ist über Jahrtausende der Evolution in unserem Unterbewusstsein verankert worden. So standen die Nuancen des Feuers (Orange und Rot) bereits bei unseren Vorfahren für Wärme und Geborgenheit, aber auch für Gefahr. Diese Prägung besteht bis heute in unseren Gehirnen.

Farben wecken jedoch nicht nur Urinstinkte in uns, ebenso die moderne Welt hat Einfluss auf unsere durch bestimmte Färbungen ausgelösten Gedanken und Empfindungen. Um beim Beispiel Rot zu bleiben: Wer denkt etwa bei roten Preisschildern nicht direkt an reduzierte Preise? Ein so gekennzeichnetes Produkt ist doch bestimmt bei jedem von uns schon ungeplant im Einkaufskorb gelandet. In dem Fall hat unser Unterbewusstsein den Ausschlag für den Kauf gegeben.

Grundsätzlich kommt es bei der Verarbeitung im Gehirn natürlich auch auf den Kontext an. So wird die Färbung Blau im Lebensmittelbereich bei Fisch die Assoziation „frisch aus dem Meer“ erzeugen, wohingegen derselbe Farbton an der Fleischtheke eher an Verdorbenes denken lässt – hier wäre dann ein Rotton die bessere Wahl.

Tipp 1: Die passende Farbe für den jeweiligen Anwendungsbereich bestimmen. Dabei Urinstinkte und moderne Einflüsse berücksichtigen.

Corporate Identity: Mit Farben die Unternehmenswirkung unterstützen

Farbtöne nach dem speziellen Anwendungsbereich auszuwählen geht natürlich nur, wenn im Vorfeld das generelle Konzept für das eigene Unternehmen ausgearbeitet wurde. Begonnen bei der Corporate Identity und dem Corporate Design bis zu den einzelnen Kampagnen, die gefahren werden sollen. Mit diesen festgesetzten Strategien hat sich die Farbauswahl in der Regel schon drastisch reduziert. Beispielsweise wäre für unsere Agentur mit dem Fokus auf blauen Nuancen eine Verwendung von Grün als Ergänzungs- oder Kontrastfarbe weniger passend.

Inklusive Schattierungen solltet ihr um die fünf Farben festlegen, wobei eine davon sich stark von den anderen abheben kann, um z. B. für Buttons und Störer genutzt zu werden.

Tipp 2: Unter Berücksichtigung des Corporate Designs Auswahl an Farbtönen einschränken. Farbauswahl auf ca. 5 Töne beschränken.

Wer die Wahl hat: Sich für die richtige Farbe entscheiden

Mit der Aussageabsicht und den im CD festgelegten Farben ist also bereits eine erste Auswahl getroffen. Wer sich unsicher ist, welche Nuancen überhaupt zusammenpassen, kann sich z. B. von der Natur inspirieren lassen.

Sonnenaufgang Farbpalette

In diesem Bild dominieren Cyan- sowie Magentatöne und das Bild wirkt trotz der Gegensätze harmonisch. Eine mögliche Farbzusammenstellung wäre demnach die dargestellte Palette neben dem Bild. Die Schattierungen reichen von einem dunklen Graublau über einen leuchtenden Blauton bis hin zu einem angegrauten Magenta. Letztere stellt eine gute Kontrastfarbe dar. Alternativ zu dem Magenta könnte in diesem Bild auch ein Orangeton gefunden werden.

Tipp 3: Aussageabsicht im Hinterkopf halten und ergänzend Inspirationen in anderen kreativen Werken sowie der Natur suchen.

Dezent oder leuchtend: Den richtigen Farbton treffen

Nicht nur die Farbe an sich ist entscheidend, sondern auch der spezielle Farbton. So hat ein helles, leuchtendes Rot eine eher aufregende/warnende Wirkung, wohingegen ein gedecktes Burgunderrot positive Gedanken an einen gemütlichen Abend mit einem guten Glas Wein begünstigt.

Für Pastellnuancen, die bei Mischung mit weiß entstehen, gilt: Je heller, desto jugendlicher die Wirkung im Unterbewusstsein. Dies lässt sich von der Pflanzenwelt ableiten: Im Frühling sprießen überall zart getönte Blüten an Bäumen und Sträuchern. Darüber hinaus spielen wieder gesellschaftlich gelernte Muster mit ein: So gelten helles Rosa und Blau in den meisten Köpfen in Deutschland als Babyfarben. Ebenfalls kommt bei zarten Färbungen der Gedanke an Süßigkeiten wie Mäusespeck und Zuckerwatte schnell in den Sinn: Sanftes Gelb, Orange, Rosa und Blau sind beliebte Färbungen für Bonbons.

Pastellfarben

Tipp 4: Aufmerksamkeit mit klaren, leuchtenden Farbtönen erregen. Abgetönte Nuancen wirken zurückhaltender und edler. Pastelltöne strahlen Jugendlichkeit aus.

Die optimale Wirkung: Farben geschickt kombinieren

Durch gezielte Kombination verschiedener Farben lassen sich bestimmte Gefühle abschwächen oder verstärken.

Eine beliebte Kombination im Bereich der Nahrungsmittel, insbesondere bei den ungesünderen Optionen wie Schnellrestaurants oder Chips-Verpackungen, stellt z. B. Gelb und Rot dar. Rot steigert den Appetit, Gelb steht für Freude und Spaß. Diese Töne unterstützen sich für diesen Anwendungsbereich also perfekt gegenseitig und verstärken den gewünschten Effekt (mehr/häufiger Konsumieren).

Eine Kombination aus Blau und Gelb hat dagegen eine ausgleichende Wirkung: Blau weckt positive Empfindungen wie Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit, wirkt aber auch kalt und emotionslos. Hier kann die Ergänzung mit einem gelben oder orangen Farbton sinnvoll sein: Da mit diesen Nuancen Wärme und Lebensfreude in Verbindung gebracht werden, können die negativen Facetten von Blautönen abgeschwächt werden.

Als Faustregel lässt sich hierbei festsetzen, dass im Farbkreis gegenüberliegende Farben eine ausgleichende Wirkung aufeinander haben, wohingegen benachbarte Farben sich in ihrer Wirkung unterstützen.

Farbkreis

Tipp 5: Negative Farbwirkungen mit gegensätzlichen Farben abschwächen. Ähnliche Farben verbinden, um die gewünschte Wirkung zu erhöhen.

Fazit: Farbwirkungen nicht unterschätzen – und nicht überbewerten

Mit dem gezielten Einsatz von Farbwissen könnt ihr die Wirkung eures Unternehmensbildes nach Außen stärken und den Erfolg eurer Kampagnen unterstützen. Dabei geht wie so oft alles Hand in Hand: Ein vertrauensvolles Blau allein macht euch noch lange nicht zum beliebtesten Versicherungsbüro, genauso wenig wie knallrote Preisschilder eure Kunden automatisch mehr kaufen lassen.

Es zählt neben dem generellen Auftreten eures Unternehmens die passende Kombination aus Worten, Farben und Grafiken.

Eine Besonderheit stellt übrigens die Nutzung von Sonderfarben/Veredelungen in euren Werbemaßnahmen dar. Mit einer Goldfolienprägung wirken Druckprodukten gleich noch hochwertiger. Zu diesem Thema ist ebenfalls ein Blogpost geplant. Seid also gespannt und abonniert am besten gleich unseren Newsletter, um keine Beiträge mehr zu verpassen!


Welche Farbe ist eure Lieblingsfarbe? Wie kombiniert ihr sie am liebsten? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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